6 (einhalb) Wege, weniger zu arbeiten – Teil 1

Inhaltsverzeichnis

Wir Selbstständigen kennen ihn alle: Den Spruch “Selbstständig heißt selbst und ständig”. Höhö – was für ein Schenkelklopfer. Aber es ist schon was dran, uns Selbstständigen geht die Arbeit niemals aus.

Bei aller Liebe zur Entscheidungsfreiheit und vielfältigen Interessen – irgendwann kommt man an seine Grenzen.

In der folgenden Artikelserie habe ich daher einige Möglichkeiten für dich zusammengestellt, wie du es schaffen kannst deine Arbeitsbelastung zu reduzieren und weniger zu arbeiten. Und zwar ohne dabei weniger zu verdienen.

Option 1: Erhöhe Deine Preise

Die schnellste und einfachste Möglichkeit weniger zu arbeiten ist es, deine Preise zu erhöhen. (Lass das mal kurz sacken. 😝)

Dazu ein kleines und vereinfachtes Rechenbeispiel: Mal angenommen, du möchtest € 5.000,- im Monat umsetzen und dein Stundensatz beträgt € 50,- pro Stunde. Das bedeutet, du musst knackige 100 Stunden im Monat in Rechnung stellen, um dein Ziel zu erreichen. Das ist vermutlich machbar, wenn man viel für Agenturen arbeitet, jedenfalls bleibt dann aber nicht mehr so viel Zeit für Kundengewinnung etc.

Wenn du deinen Stundensatz auf € 75,- erhöhst, musst du dagegen nur noch 67 Stunden in Rechnung stellen. Und bei € 100,- pro Stunde sind es sogar nur noch 50 Stunden.

Dasselbe gilt für physische oder digitale Produkte: Willst du € 5.000,- umsetzen, musst du deinen Onlinekurs oder dein Produkt im Wert von € 100,- ganze 50mal verkaufen, bei € 200,- sind es nur 25mal, einen Onlinekurs mit einem Wert von € 500,- musst du sogar nur 10mal verkaufen.

Klar sollten deine Preise den Wert widerspiegeln, den deine Leistung oder dein Produkt deinen Kundinnen liefern. Da sich viele von uns aber eher schwer tun, überhaupt angemessene Preise zu verlangen, mache ich mir wenig Sorgen, dass du jetzt aufgeblasene Mondpreise nach dem Motto “Hauptsache Premium” aufrufst.

Und falls deine spontane Reaktion bei dem Gedanken, deine Preise zu erhöhen trotzdem ist: “Oh mein Gott, dann brechen mir ja die Kunden weg! ” – das ist völlig nachvollziehbar. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass deine Kunden den neuen Preis einfach bezahlen – weil sie wissen, welchen Wert sie bei dir erhalten. Taste dich ruhig mit kleineren und häufigeren Schritten an neuen Preise ran. Und wenn dir doch mal ein Kunde absagt, weil du ihm zu teuer geworden bist, erinnere dich an das obige Rechenbeispiel: Du benötigst bei höheren Stundensätzen auch weniger Kunden für den selben Umsatz!

Option 2: Entkopple dein Einkommen von deiner Zeit

Wenn du Dienstleisterin bist, ist die Zeit, die du in Rechnung stellen kannst, begrenzt: neben deiner eigentlichen Arbeit, die du deinen Kunden in Rechnung stellen kannst, benötigst du auch Zeit, um Kunden zu finden, die Buchhaltung vorzubereiten oder dich weiterzubilden. Du kannst also im Monat keine 160 Stunden in Rechnung stellen, wie eine Festangestellte. Zumindest nicht, wenn du nicht deutlich mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten möchtest. Was du verdienen kannst, hat also eine Obergrenze. Und zwar deine maximalen Stunden multipliziert mit deinem Stundensatz. Wenn du deine Stundensätze oder Preise nicht erhöhen möchtest, kannst du statt dessen deinen Umsatz von deiner Arbeitszeit entkoppeln. Oder du machst beides. 😉

Pakete - weg vom individuellen Angebot

Anstatt deine Leistung stundenweise anzubieten, schnürst du bei Paketen deine Dienstleistung zu einem sinnvollen und wiederholbaren Angebot. Selbst wenn du bisher individuelle Angebote schreibst, gibt es bestimmt Leistungen, die deine Kunden regelmäßig von dir haben möchten. Schau dir an, was davon du sinnvoll zusammenfassen kannst. Möglich sind auch monatliche Kontingente – dein Kunde bekommt einen bestimmten Umfang deines Angebots pro Woche oder Monat zu einem festen Preis. Bei einer Social Media Assistentin könnten das zum Beispiel 20 facebook Posts pro Monat sein.

Das Schöne daran ist, dass du selbst entscheidest, was deine Pakete beinhalten und auch den Preis definierst. Du musst nicht mehr für jede Kundin ein individuelles Angebot schreiben und deine Arbeit wird planbarer. Und deine Kunden haben im Gegenzug die Gewissheit, dass sie gleichbleibend hohe Qualität erhalten.

Und ein weiterer angenehmer Nebeneffekt: Du ersparst dir die Diskussion über den Stundensatz. Den musst du bei Paketen nämlich gar nicht offenlegen.

Wenn deine Leistung auch Beratung oder Mitarbeit deiner Kunden beinhaltet, kannst du dir deine Arbeit noch einen Schritt weiter vereinfachen: Du könntest kurze Videos oder FAQ-Seiten erstellen, in denen du häufige Fragen beantwortest, oder du entwickelst Arbeitsbücher und Formulare, die deine Kunden ausfüllen und mit denen sie dir wichtige Informationen liefern, die du benötigst, um gute Arbeit abzuliefern.

Digitale Produkte - verkaufen sich im Schlaf

Digitale Produkte gehen noch einen Schritt weiter als Pakete. Du verpackst deine Kenntnisse zum Beispiel in Form eines ebooks oder Onlinekurses etc. Und wenn dein digitales Produkt erst einmal erstellt ist, kannst du es beliebig oft verkaufen. Quasi im Schlaf also. 😉

Deine Kundinnen kaufen dein Produkt und erarbeiten sich die Inhalte selbst. Du entscheidest, ob und wie viel deiner persönlichen Zeit du neben der Vermarktung investierst, zum Beispiel in Form von ergänzender 1:1 Beratung oder Gruppenterminen.

Weitere Möglichkeiten, wie du deine Arbeitsbelastung reduzieren kannst und weniger arbeiten musst, findest du demnächst in Teil 2 und Teil 3 dieser Serie. 

Und, wie sieht das bei dir aus? Sind deine Preise noch angemessen oder wird es Zeit, sie zu erhöhen? Arbeitest du mit individuellen Angeboten oder bietest du deinen Kundinnen Pakete oder sogar digitale Produkte? Lass es mich wissen!

Teilen:

Share on facebook
Share on linkedin
Share on email